• Beate

Einen Hund adoptieren ist gar nicht so einfach.

Aktualisiert: 9. Dez 2019


Da unsere liebe Hündin Mario (die bei uns geboren war) am 30.10.2016 leider verstorben ist und sie einfach ein wichtiger Bestandteil unserer Familie war (die uns 14 Jahre treu begleitet hat), fehlt wirklich was bei uns im Haus. Keiner mehr da,der einfach nur blöd im Weg rum liegt, oder den gelben Sack mal wieder zerfetzt, keiner da, der blöd rum bellt, weil jemand an der Haustür klingelt...

Denn: ohne Hund ist alles doof...

Niemand kann sie ersetzen, aber ein neuer Hund könnte uns vielleicht doch über diesen Verlust hinweg trösten.


Mario


Mario


Mario und Rudi

Also bin ich im Internet mal auf die Suche gegangen.

Meine Güte gibt es viele Hunde im Internet... zu verkaufen, zu vermitteln, zum adoptieren usw.

Nun dachte ich mir, es wäre schöner einem Hund aus dem Tierheim ein neues Zuhause zu schenken, als irgendwelchen dubiosen Züchtern ( man kann oft nicht unterscheiden, wer wirklich seriös ist), noch mehr Motivation zur Vermehrung zu geben.

Denn es warten so viele Hunde vom Welpe bis zum Senior irgendwo auf ein warmes, freundliches Zuhause. Wo sie Liebevoll umsorgt werden. Viele von Ihnen haben sowas gar nicht kennengelernt und anderen hat vielleicht das Schicksal ein Schnippchen geschlagen und sie landeten umständehalber im Tierheim. Es gibt Tiere, die warten seit Jahren auf Ihren liebevollen Endplatz, manche erleben es nicht einmal mehr... 😭

Ebenso war mein Gedanke, keinen Hund aus dem Ausland, denn wir haben doch hier genug im Tierheim sitzen.

Meine Tochter sagte aber nur zu mir: "den Hunden im Ausland geht es vermutlich noch schlechter, als den Hunden hier."

Ich muss sagen, sie hat recht. Also nahm ich für mich diesen Filter wieder raus. Aber trotzdem schaute ich erstmal bei Dr. Google, denn die Vorsätze einen Hund aus dem Tierheim zu holen waren zwar da, aber der Gedanke, so schnell wie möglich einen Hund zu bekommen war sehr stark.

Nun suchte ich also Tagelang im Internet, nach einem Hund mit folgenden Kriterien:

Möglichst weiblich, nicht zu klein aber auch nicht zu groß, mittelgroß wäre optimal, Kinderfreundlich und Katzen verträglich sollte der neue Hund sein.

Nachdem ich Deine- Tierwelt, Ebay-Kleinanzeigen, Markt.de usw. durch hatte und mir bei Markt.de viele diverse Rasse- Hunde für 350,- € aus verschiedensten Regionen auffielen, mit tollen Beschreibungen und tollen Fotos, wo man sich immer per "WhatsApp" melden sollte, habe ich das dann Spaßeshalber mal gemacht. Schon mit der großen Vermutung, das es sich um reine Abzocke handelt.

Und richtig, nach ein paar Nachrichten hin und her stellte sich raus, ich solle doch 350,- an den Verkäufer per "Western Union" oder "Moneygram" zahlen, dann würde er mir den Hund zu schicken...

Hallo ??? Geht´s noch???

Ich bezahle nicht für einen Hund, den ich nicht einmal gesehen habe ( vermutlich gibt es den gar nicht), und ein Lebewesen lasse ich mir nicht zu schicken, den hole ich ab und wenn ich bis Timbuktu fahren muss.

Natürlich war auch ein persönlicher Besuch seitens des Verkäufers, nicht möglich ( ach nee). Also bitte als Warnung ansehen: Kaufe niemals ungesehen einen Hund oder auch eine Katze, ja selbst keinen Hamster!!! Es sei denn, Du bist Deinem Geld böse.

Nun meine Suche führte mich auf die Webseite vom Tierheim Wesel, wo ich gleich einen Welpe ins Visier nahm.

Ihr Name war Kate, ein kleiner Mischling.

Kurzer Hand sind wir ( mein Mann, unser kleiner Sohn und ich) Sonntag zur Öffnungszeit zum Tierheim nach Wesel gefahren. Dort angekommen sagte man uns, das Kate gar nicht im Tierheim ist, sondern auf einer Pflegestelle. Das hatte ich irgendwie überlesen.

Wir sollten eine e-mail ans Tierheim schreiben, weil die Tierheimleiterin jetzt nicht vor Ort war, um einen Besuchstermin aus zu machen.

Wir schauten uns natürlich trotzdem kurz die anderen Hunde an, die mit Sicherheit gerne mit gekommen wären, einer süßer als der andere, doch wir gingen dann aber wieder, weil wir uns ja nun erstmal Kate ansehen wollten.

Zuhause angekommen, schrieb ich sofort eine email ans Tierheim, in der ich von unserem Schicksalsschlag berichtete, wegen unseres verstorbenen Hundes, das wir gerne wieder einen Hund hätten und bat um einen Termin, um die kleine Kate kennen zu lernen.

Ich wartete den ganzen Montag auf Antwort... nichts.

Dienstag versuchte ich anzurufen, doch leider kam nur:

"Diese Rufnummer ist momentan nicht verfügbar (o.Ä.)".

Also versuchte ich mein Glück über Facebook, also habe ich dem Tierheim Wesel- eine private Nachricht geschrieben, das unser Hund verstorben sei, wir einen neuen Hund haben wollten und wir uns nun für Kate interessieren. Ich bekam auch eine kurze Info, das das Tierheim mit Vodafone Probleme hätte, aber man würde sich spätestens morgen ( Mittwoch) via Facebook bei mir melden.

Der Mittwoch verging dann auch wieder ohne eine Rückmeldung.

Donnerstag versuchte ich es dann noch mal via Telefon und bekam doch glatt jemanden an die Strippe. Nach einem kurzen Gespräch, in dem ich wieder alles erzählte, also von unserem verstorbenen Hund, das wir ohne Hund nicht glücklich sind und eben nicht ohne Hund sein wollten, wurde dann die Pflegestelle informiert und ich erhielt einen Besuchstermin. Ich bekam dann für Freitag Abend um 18.00 einen Termin, zu dem Kate mit Ihrer "Pflegemama" zum Tierheim kommen sollte.

Als ich Freitag dann mit meinem Sohn und meinem Bruder am Tierheim ankam, war Kate noch nicht da. Die Leiterin fragte mich dann nur, ob ich von einen Zweithund hätte, da man Kate lieber als Zweithund vermittelt würde ( Wie oft hatte ich erwähnt, das unser Hund gestorben ist und wenn dieser Hund nicht alleine gehalten werden sollte, kann man das nicht schon vorab klären?), ich sagte ihr eben nochmals das unser Hund verstorben ist und wir deshalb einen neuen Hund suchten.

Dann kam noch die Frage, ob ich den ganzen Tag zu Hause wäre, damit der Hund nicht alleine ist. Ich erklärte ihr, das ich nicht nur zu Hause bin, aber der Hund könnte überall mit, z.B. zu den Pferden. Sie sagte dann nur: " Da können sie Kate aber nicht mit hin nehmen, die ist viel zu klein und kommt ihnen da abhanden."

Ich dachte mir nur: " Was ist das denn bitte für ein Minihund??? Unsere Mario war ja auch kein Riese, sondern ein Chihuahua- Mischling."

Dann kam endlich Kate mit ihrer Pflegemutti. Kate hatte ungefähr die Größe von unserer Mario, aber sie war auch erst ein halbes Jahr alt, also noch im Wachstum. Sie war wirklich niedlich.

Anfangs klemmte sie den Schwanz ein und war sehr schüchtern, doch von Minute zu Minute taute sie mehr auf, ließ sich gerne streicheln und spielte mit meinem Sohn, was er auch sehr toll fand, da unsere Mario nicht mit ihm spielte und sie war auch keine wirkliche Kinderfreundin.

Die Pflegemutti erklärte mir, das Kate nicht immer so ist, wie jetzt gerade, sie wäre ja jetzt schon ausgepowert, da sie schon 1 Stunde spazieren gegangen und 2 Stunden im Garten getobt hätte. Sie wäre sonst viel wilder.

Ich dachte mir nur: " klar ein junger Hund eben."

Auch würde sie alles kaputt machen, sie hätte den Holztisch angeknabbert, Kissen zerrissen usw.

Ich dachte mir wieder nur: " klar ein junger Hund eben."

Sie fragte auch wieder nach einem vorhandenen Zweithund, was ich wiederum verneinte und nochmals alles erklärte.

Kate würde sich so sehr an anderen Hunden orientieren, das wäre bestimmt wichtig für sie, deshalb sollte sie doch besser nicht allein gehalten werden.

Minuten später erzählte mir die Frau aber dann, das Kate zu anderen Hunden sehr frech wäre.

hmmmm??? Alles recht eigenartig.

Als ich nach dem Ablauf der Vermittlung fragte, sagte sie mir dann:

Wenn ein in Frage kommender Interessent vorhanden ist, bleibt Kate nicht mehr bei der Pflegefamilie, sondern im Tierheim, dann müsste man ca. 14 Tage lang täglich zum Gassi gehen kommen. Wenn das dann gut klappt, könnte man den Hund mal eine Nacht mit nach Hause nehmen, dann aber am nächsten Tag wieder ins Tierheim bringen, damit die Mitarbeiter sehen könnten, wo sich der Hund wohler fühlt, im Tierheim oder bei dem Interessenten. ( hääähhh, der arme Hund wird in meinen Augen völlig bekloppt gemacht.) Nun dachte ich mir, ob das der richtige Weg ist?

Die Schutzgebühr beträgt 350,-€ bekam ich dann auch noch zu hören.

Puh... das ist ne Menge Holz, und dann noch 14 Tage lang, täglich ca.40 Kilometer fahren, das wird ein echt teurer Hund.

Zum Schluss sagte man mir dann, es wären für Kate noch mehr Interessenten da und sie würden sich dann melden, ob wir in Frage kommen oder nicht. Das war am 18.11.2016 und es hat sich noch niemand gemeldet (Stand 19.03.2018), ob ja oder nein. *

Man kam sich vor wie ein Bittsteller, von daher kann ich Leute verstehen, die lieber zu irgendwelchen dubiosen Vermehrern gehen, sich einen Hund aussuchen, bezahlen und mitnehmen, als so einen Aufwand zu treiben.

Denn so wie dieses Tierheim seine Hunde vermittelt, ist es fast schon so kompliziert, wie ein Kind zu Adoptieren.

Also vielen Dank an das Tierheim Wesel, Ihr macht es allen Vermehrern und dem Welpenhandel leichter, Geld zu verdienen. (Ironie aus)

Nun ging meine Suche wieder weiter und ich stieß auf www.tiere.de.

Dort findet man viele Hunde die von Tierschutzvereinen vermittelt werden.

Einer süßer als der andere, viele sogar noch im Ausland lebend.

Ich fand einen Hund aus Rumänien der aber bereits hier in Deutschland war, in Essen, also gar nicht weit weg. Der Hund wurde von 4animals vermittelt. Dann klickte ich mal den Link zur Webseite an, und schaute unter der Rubrik "Hunde Inland" nach und da war es um mich geschehen. Ich habe meinen Hund gefunden. Diesen Hund oder keinen.

Nola

Nola war bereits in Deutschland, allerdings auf einer Pflegestelle bei Bremen ( einfache Entfernung ca. 300 Kilometer).

Das war mir egal, ich hatte mich total verliebt.

Sofort schrieb ich in der Nacht eine e-mail an die Vermittlerin und erhielt prompt am nächsten morgen einen Anruf. Die Frau war sehr,sehr nett und schlug mir auch noch vor, das ich die Schwester von Nola, die so ähnlich ausschaut und bald aus Rumänien nach Essen kommt, nehmen könnte. Das wäre für mich ja nicht so weit. Sie schickte mir ein Foto der Schwester, doch ich wollte Nola.

Ruckzuck bekam ich dann einen Termin für eine Vorkontrolle, damit sich der Tierschutzverein ansehen kann, wo ihr Schützling in Zukunft leben sollte. Die Leute waren auch sehr nett und wir haben uns gut Unterhalten, was mir beim Tierheim in Wesel echt gefehlt hat.

Da auch alles Problemlos geklappt hat, bekam ich von der Vermittlerin "grünes Licht".

Dann habe ich mit der Pflegestelle für Samstag den 3.12.2016 einen Termin gemacht, um Nola kennen zu lernen und wenn es passt, sie auch direkt mitzunehmen. Eher war es aufgrund der Entfernung, für uns nicht möglich.

Samstag machten wir uns dann auf den Weg.

Nach einer 3 stündigen Fahrt kamen wir an der Pflegestelle an. Ein super schöner Hof, mit allem was dazu gehört.

Die "Pflegeeltern" waren total nett, sie hatten noch 2 eigene größere, liebe Hunde und eben die kleine Nola. Sie war Anfangs zwar sehr schüchtern, taute aber ganz schnell auf. Unser Sohn hatte sie wohl gleich ins Herz geschlossen. Sie war total verschmusst und lieb, sie tollte mit den anderen beiden rum und machte einen richtig tollen Eindruck auf uns. Wir waren uns alle einig, der Hund sollte es sein.

So kam es, das wir nach einem sehr netten Gespräch und schon vielen Informationen zu Nola, den Schutzvertrag unterschrieben und die Schutzgebühr übergeben haben und Nola dann mit nach Hause genommen haben. Wieder eine lange Autofahrt, die sich aber echt gelohnt hat.

Zuhause angekommen, war sie natürlich erstmal sehr unsicher, es war ja schließlich alles neu. Neue Umgebung, Geräusche und Gerüche.

Doch nach kurzer Zeit traute sie sich immer mehr zu und inspizierte alles genau.

Die ersten Stunden fand sie die Küche am besten, denn da hatte sie dann schon Futter bekommen und wo es einmal was leckeres gibt, bekommt man bestimmt noch mehr...

Nach und nach blieb sie dann aber immer mehr in unserer Nähe und legte sich dann wie selbstverständlich auf einen kleinen Teppich und hat geschlafen.

Nach einiger Zeit, kam dann unser Kater " Alfredd" nach Hause, der sich mit Mario gut verstanden hat, die er aber von Geburt an kannte.

Die erste Gegenüberstellung von Nola und Alfredd beinhaltete nur ein gegenseitiges Anknurren und von Alfredd´s Seite auch ein Fauchen, doch Alfredd verschwand dann nach oben und legte sich ins Kinderzimmer. Später kam er wohl wieder runter und ging auch wieder nach draussen, was Nola neugierig beobachtete.

Ich bin dann abends noch ein paar mal mit Nola Gassi gegangen, aber irgendwann bin ich ins Bett.

Nola verbrachte die Nacht im Wohnzimmer auf dem kleinen Teppich.

Als ich dann morgens runter kam, war ich positiv überrascht, sie hatte nichts kaputt gemacht, nirgends Pipi gemacht, aber ein Häufchen im Wohnzimmer und eins in die Küche. Es war etwas breiig, was aber vielleicht auch mit der Aufregung zu tun hatte. Na, gut. Eben die Kacka weg gemacht und dann raus.

Ich muss echt sagen, der Hund macht sich Prima und selbst Alfredd kam ( wie mit Mario auch) mit uns spazieren, zwar mit einem guten Abstand, aber ich denke das wird was, mit den beiden.

Sie war dann an dem Tag, 2 mal mit bei den Pferdchen, 5 Kilometer spazieren, ein paar mal Gassi, was auch super geklappt hat. Begegnungen mit fremden Hunden hatten wir auch schon, die waren ihr aber meist noch zu wild. Aber alles in allem bin ich froh, das wir diesen Hund geholt haben und ich bin sehr gespannt darauf, wie sie sich entwickeln wird. Momentan ist sie sehr lieb, ruhig (also nicht so hibbelig wie Mario) mag Kinder total gerne und ist dazu auch super hübsch.

Falls Du Dir also mal überlegst, Dir einen Hund zuzulegen, schau vor allem bei Tierschutzvereinen oder eben in Tierheimen, denn da warten tausende von Hunden und Katzen usw. auf ein neues Zuhause. Die Tiere sind meist richtig Dankbar.

Ich kann Dir 4animals nur empfehlen.

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